Im Rahmen der Europawoche nahmen am 12. Mai rund 75 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 aus fünf Europaschulen vom Niederrhein an einem Projekttag im Xantener Rathaus teil. Der Sitzungssaal bot dabei das passende Ambiente, um über Demokratie, Beteiligung und politische Verantwortung ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel „#Klartext Demokratie“ setzten sich die Jugendlichen mit Fragen rund um demokratische Werte, Mitgestaltung und die Zukunft Europas auseinander.
Unsere Schule, das Städtische Stiftsgymnasium Xanten, hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen. Teilgenommen haben fünf Schulen aus dem Netzwerk Europaschulen am Unteren Niederrhein: das Städtische Stiftsgymnasium Xanten, die Europaschule Rheinberg, das Julius-Stursberg-Gymnasium Neukirchen-Vluyn, das Berufskolleg Geldern und das Grafschafter Gymnasium Moers. Durchgeführt wurde der Projekttag von Teamern von EUROSOC#DIGITAL aus Berlin; kofinanziert wurde er mithilfe von Fördergeldern der Europäischen Union.
In gemischten Gruppen kamen die Jugendlichen schnell miteinander ins Gespräch. Besonders schön war zu sehen, wie offen und engagiert unsere Schülerinnen und Schüler den Austausch mit den Jugendlichen der anderen Europaschulen suchten. Dabei entstand ein reger und respektvoller Dialog über demokratische Werte, politische Verantwortung und die Möglichkeiten junger Menschen, Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Die Teamer sorgten mit der gelungenen Organisation und Moderation dafür, dass alle Beteiligten ihre Gedanken einbringen konnten.
Zum Abschluss des Tages waren Vertreter aus der Politik zu einem Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern eingeladen: Rafael Zur, Bürgermeister von Xanten, Jürgen Preuß von der SPD, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, Olaf Finke von der SPD, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, Frederik Paul von der CDU, Vorsitzender der JU Niederrhein, Dr. Tobias Kempken von Bündnis 90/Die Grünen, Kreistagsmitglied, sowie Uwe Schmidtke von FBI Xanten, Stadtratsmitglied.
Die Jugendlichen stellten den Gästen zunächst ihre zuvor erarbeiteten Konzepte vor, wie Demokratie geschützt und gestärkt werden kann. Dabei ging es auch um mögliche Mechanismen, mit denen Angriffe auf demokratische Werte und Strukturen abgewehrt werden können. Anschließend nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen, eigene Positionen einzubringen und deutlich zu machen, dass Demokratie für sie kein abstraktes Thema ist, sondern im Alltag aktiv gelebt werden muss.
Der Projekttag zeigte eindrucksvoll, wofür Europaschulen stehen: Begegnungen zwischen jungen Menschen zu ermöglichen, Offenheit zu fördern und demokratische Werte erfahrbar zu machen. Dafür müssen nicht immer Landesgrenzen überschritten werden. Auch am Niederrhein kann Europa lebendig werden, wenn junge Menschen aus verschiedenen Schulen miteinander diskutieren, zuhören und einander respektvoll begegnen.
Für uns als Stiftsgymnasium war es besonders erfreulich, diese Begegnung im Rahmen des Netzwerks der Europaschulen am Unteren Niederrhein mitgestalten zu dürfen. Die gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Schulen wurde an diesem Tag deutlich sichtbar: in der gemeinsamen Vorbereitung, im offenen Austausch und in der Bereitschaft, europäische Bildung über die eigene Schule hinaus gemeinsam lebendig werden zu lassen.
Die hohe Zahl freiwilliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer machte deutlich, wie groß das Interesse an politischen und europäischen Themen ist. Der Projekttag im Xantener Rathaus zeigte eindrucksvoll, dass junge Menschen bereit sind, sich mit Demokratie auseinanderzusetzen und eigene Ideen für ein gemeinsames Europa einzubringen.
