Informationen zum Wahlpflichtbereich, Klassen 8 und 9

Ab der Klasse 8 können unsere Schülerinnen und Schüler erneut einen eigenen Schwerpunkt ihrer Schullaufbahn setzen. Im Wahlpflichtbereich der Jahrgangsstufen 8 und 9 belegen sie ein weiteres, (im 67,5-Minuten-Rhythmus) zweistündiges Fach ihrer Wahl, in dem sie auch Klassenarbeiten schrei­ben. Der Unterricht wird nicht im Klassenverband, sondern in Kursen erteilt. Die Ausbildungs und Prüfungsordnung sieht dafür Angebote im fremdsprachlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich vor. Am Stiftsgymnasium Xanten bieten wir zur Zeit folgende Fächer an:

Bio Plus verbindet die Fächer Biologie und Chemie lebensnah und anschaulich. Das zeigen schon die vier übergeordneten Themen: In der Jahrgangsstufe 8 sind es das Wasser und der Boden, in der Jahr­gangsstufe 9 die Luft und die menschliche Gesundheit.

Beim Thema Wasser wird neben theoretischen Anteilen im Unterricht immer wieder praktisch gear­beitet, zum Beispiel bei der Untersuchung von Wasserproben. Der natürliche Wasserkreislauf und seine Auswirkungen auf Lebensräume sind ein Thema, ebenso wie die Belastung von Gewässern durch den Menschen und Versuche, diese Belastung zu verringern.

Ähnlich werden auch die anderen Themen erarbeitet. Die Bedeutung von Luft und Boden für den Menschen und für die Natur sowie die Folgen menschlicher Eingriffe werden theoretisch und prak­tisch untersucht und erforscht.

Am Ende des Kurses steht dann der Mensch selbst im Mittelpunkt. Einen Schwerpunkt bildet hier das Thema Kosmetik. So werden z.B. Seife, Cremes, Lippenbalsam und Haargel hergestellt. 

 

 

Das Fach Erdkunde bilingual schlägt sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Fachlich liegt der Schwerpunkt hier auf der physischen Geographie, die im herkömmlichen Erdkundeunterricht keine große Rolle spielt. Zugleich verbessern die Schüler auf ganz selbstverständliche Art ihre Englisch­kenntnisse. Sie lernen Englisch auch als Wissenschaftssprache kennen und sie können sogar ent­spannter, sozusagen natürlicher mit der Sprache umgehen als im Englischunterricht, weil es bei der Leistungsbewertung viel mehr auf die inhaltliche als auf die sprachliche Leistung ankommt. Folgende Themen stehen im Vordergrund:  

 

Jahrgangsstufe 8Jahrgangsstufe 9

the earth in space 

weather and climate 

the structure of the earth and the rock cycle

morphology (earthquakes, glacial times, erosion, mountains)

oceans  

North America

Nigeria 

Australia

Japan

China

the Rhine region

brown coal

Wer sich in der Erprobungsstufe für Latein entschieden hat, kann im Wahlpflichtbereich II als dritte Fremdsprache Französisch belegen.

Der in der Jahrgangsstufe 8 beginnende Kurs vermittelt in zwei Jahren die Grundlagen der Sprache so sicher, dass das Fach in der Oberstufe mit guten Erfolgschancen fortgeführt werden kann. Im Vergleich z.B. mit Englisch wird die Bedeutung von Französisch in Deutschland oft unterschätzt. Französisch ist Amtssprache in 35 Ländern der Welt und eine der wichtigsten Sprachen in UNO und EU. Frankreich ist ein herausragender politischer Partner und Handelspartner Deutschlands, Franzö­sisch damit im beruflichen Umfeld nicht nur für Diplomaten, sondern auch für Naturwissenschaftler, Betriebswirte und Ingenieure eine Sprache, die Karrierechancen erhöhen kann. Dazu kommen ihr kultureller und ihr touristischer Wert.

In der Jahrgangsstufe 8 sind unsere Schüler schon erfahrene Fremdsprachenlerner. Sie bringen erheb­liche Vorkenntnisse und Fähigkeiten aus dem Englisch- und Lateinunterricht mit, die den schnellen Erwerb von Französisch erleichtern. Vermutlich wegen der vielen Formen etwa der Verben hält sich hart­näckig das Vorurteil, Französisch sei besonders schwierig zu lernen. Tatsächlich ist das nicht der Fall. Mehr noch als im Französischen gilt es z.B. im vermeintlich leichteren Englischen eine Vielzahl unre­gelmäßiger Verben und feststehender Ausdrücke zu beherrschen. Französisch ist für unsere Schüler also nicht zu schwer. 

Der Informatikkurs im Wahlpflichtbereich II bietet eine vielseitige Einführung in die Infor­matik. Dabei steht zunächst die Anwendung im Vordergrund. Es werden Kenntnisse im Umgang mit An­wender- und Standardsoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen in MS Office) vermittelt. Danach gehen wir zunächst auf die Komponenten eines Computers ein: Welche Hardware­komponenten erfüllen welche Aufgaben, was ist ein Betriebssystem, und welches sollte ich zu wel­chem Zweck nutzen?

Anschließend gehen wir in der Unterrichtsreihe Netzwerktechnologie auf die Kommunikation zwischen Computern ein. Dazu gehören auch das Erstellen einer einfachen Internet­seite und der bewusste und kritische Umgang mit dem Internet.

Am Anfang der Jahrgangsstufe 9 beschäftigen wir uns in der Unterrichtsreihe Kryptologie mit dem Verschlüsseln und Entschlüsseln von Texten. Dabei werden verschiedene historische Verschlüsse­lungsmethoden untersucht und mit modernen Methoden verglichen.

Dazu benutzen wir zunächst un­sere LEGO-Roboter mit einer grafischen Programmieroberfläche, um später in der Programmierum­gebung JavaKara die Programmierfähigkeiten in der Sprache Java zu erweitern.

Zentraler Unter­richtsinhalt im Jahrgang 9 ist dann die Einführung in die Algorithmik.

Am Ende der 9. Klasse gehen wir intensiver auf die Datenverarbeitung mittels Datenbanken ein. Dazu dient uns MySQL als Daten­bank­sprache, mithilfe derer die Datenspeicherung und Datenverknüpfung sowie Normalformen einer guten Datenbank praktisch untersucht und erlernt werden können.

In Deutschland haben Naturwissenschaftler, Ingenieure und generell Fachkräfte im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gute Berufschancen, trotzdem entscheiden sich viele junge Menschen für andere Karrieren. Ein Grund dafür sind oft fehlende Kenntnisse über Berufsbilder in diesem Bereich. Die Junior-Ingenieur-Akademie hilft dabei, diese Informationslücke zu schließen. Sie bietet Einblicke in die Arbeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren. Dazu werden im Unterricht theoretische Kenntnisse vermittelt, in gleichem Maße erleben die Schülerinnen und Schüler aber auch außerhalb der Schule in Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen praktische Arbeit im MINT-Bereich.